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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Personalversammlungen der letzten Woche waren durchaus eindrucksvoll: Der anstehende bzw. schon laufende Umbau der airberlin stand nicht alleine im Vordergrund, wie zu erwarten gewesen wäre. Die Ver.di-Tarifkommission hat ihren "Pakt für Wachstum und Beschäftigung" vorgestellt, der richtigerweise Regelungen zum Bestandsschutz für den Fall enthält, dass ein Mitarbeiter sich dafür entscheidet, im Eurowings-Wetlease zu fliegen und danach zur "New airberlin" zurückzukehren.

Aus unserer Sicht bleibt jedoch die Frage völlig offen, wie die langfristige Perspektive der airberlin-Kabine überhaupt aussieht: Alle Zeichen stehen auf Eurowings, vom neuen Geschäftsführer Thomas Winkelmann angefangen, über die Wet-Lease- oder auch ACMIO-Vereinbarung bis hin zu den Äußerungen des Lufthansa-Vorstandsvorsitzenden über eine mögliche Integration der airberlin-Langstrecke in die Eurowings-Operation. Bei Eurowings wiederum stehen alle Zeichen auf Kostenreduzierung - denn dafür ist Winkelmann bekannt.

 

Eine Aussage auf der Personalversammlung führte zu Missverständnissen, weshalb es uns sehr wichtig ist, eines noch einmal sehr klar zu betonen: Wir gönnen jedem Kabinenmitarbeiter sein Gehalt und seine Besitzstände und es ist auch unser Ziel, diese zu erhalten und zu verbessern wo immer dies möglich ist. Wir warnen nur davor, zu ignorieren, dass gewisse Kosten durch Schrumpfung ansteigen werden – und eben höher sind als der vielbeschworene Wettbewerb und dass eine Insolvenz der airberlin diese Strukturen komplett zunichte machen könnte.

Es gab unsererseits Nachfragen, wie man die Mitarbeiter schützen will. Diese wurden nicht beantwortet – weder von airberlin noch von den anwesenden Personalvertretern und Tarifkommissionären der Ver.di. Es bleibt unklar, ob es sich bei der "New airberlin" nicht um eine Mogelpackung handelt. Man schützt die Mitarbeiter nur innerhalb der airberlin, ohne sich zu fragen, was passiert, wenn airberlin in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Wie man solche Dinge angeht und ggf. "teure Mitarbeiter" los wird, das weiß niemand besser als der ehemalige Germanwings-Geschäftsführer und als "Kostendrücker" bekannte Thomas Winkelmann. Die Germanwings wird gerade sukzessive abgewickelt, mit der Ausrede, dass man sich mit den Piloten nicht auf neue Verträge geeinigt hat. Zu glauben, dass unter Winkelmann der Fortbestand der "New airberlin" bessere Aussichten haben wird, ist blauäugig. Unsere Antwort darauf lautet nicht, die heutigen Arbeits- und Vergütungsbedingungen zu verschlechtern – auch nicht die der ehemaligen LTU-Kolleginnen und -Kollegen. Wir treten vielmehr an, die Arbeitsplätze der airberliner auch außerhalb des Unternehmens abzusichern – z.B. durch verlässliche Wechseloptionen zu Eurowings & Co.

Die Geschäftsleitung zu Verhandlungen mit UFO zu bewegen, ist ein unbeschreiblich zähes Unterfangen. Welchen Grund gibt es dafür, dass die airberlin-Verantwortlichen eine Gewerkschaft, die einen erheblichen Teil des Kabinenpersonals vertritt, mit allen Mitteln aus dem Tarifgeschäft fern halten will? Die Antwort hierauf lieferten die handelnden Akteure gleich selbst: Man sei mit dem bisherigen Tarifpartner gut aufgestellt. Das lässt sich auch als Kuschelkurs interpretieren, wenn man sich vor Augen hält, dass Ver.di-TK und Geschäftsleitung die wirklich existenziellen Fragen schlicht ausblenden.

Außerdem werden aus unserer Sicht einige Punkte schlicht nicht rechtzeitig und energisch genug angegangen. Vieles davon, was jetzt schon passiert ist eine Betriebsänderung, die schnellstens mit einem tariflichen Interessenausgleich und Sozialplan begleitet werden sollte.

Wir halten es für einen wichtigen Schritt jetzt alle Kollegen, die von solch massiven Veränderungen betroffen sind, maximal abzusichern und auch materielle Nachteile auszugleichen.

Nachdem wir uns die Teilnahme an den Personalversammlungen schon gerichtlich erstreiten mussten, haben wir der airberlin nun am Wochenende mitteilen müssen, dass wir auch die Teilnahme an Tarifverhandlungen, zur Durchsetzung der berechtigten Interessen der UFO-Mitglieder der airberlin gerichtlich durchsetzen werden. Es besteht ohnehin ein Anhörungsrecht auch zu Tarifthemen, die mit anderen Gewerkschaften vereinbart werden sollen.

In Angesicht einer drohenden erneuten Niederlage vor Gericht sind wir am morgigen Mittwoch, dem 08.02.2017 nun endlich dazu von airberlin eingeladen worden. Bei diesem Auftakt zu Tarifverhandlungen werden wir folgende Forderungen übermitteln:

  • Vereinbarung eines tariflichen Sozialplanes auf Grund der laufenden Betriebsänderungen.
    An vielen Stationen wird das Eurowings-Wetlease nun umgesetzt; in Verbindung mit den sonstigen Anpassungen des airberlin-Streckennetzes ergibt sich hieraus ein völlig neuer Betriebsablauf. Kanarenumläufe entfallen ebenso wie eine Vielzahl an Auslandsübernachtungen, die das Eurowings-Konzept kaum vorsieht. Dies hat erhebliche finanzielle Einbußen bei den Crews zur Folge. An der Station Hamburg findet künftig ausschließlich eine Eurowings-Operation statt. Die Zukunft der Station Nürnberg ist völlig offen. Zur Station Frankfurt gibt es widersprüchliche Aussagen der Geschäftsleitung: Frau Dr. Niemann geht davon aus, dass sie offen bleibt, Herr Iffert erklärte auf der Personalversammlung in MUC, dass sie geschlossen werde. Warum unternimmt hier niemand etwas? All diese Pläne bzw. Unklarheiten sind seit Monaten bekannt. Um den drohenden Folgen für die Mitarbeiter begegnen zu können, verfügen die Tarif- und Betriebspartner über das Instrument des Sozialplanes. Höchste Zeit, es zu nutzen!
  • Absicherungsvereinbarungen bei Übergang zu Eurowings.
    Wie oben beschrieben, ist es alles andere als gesichert, dass die Zukunft des airberlin-Kabinenpersonals bei der airberlin liegt. Ein Übergang zur Eurowings - in welcher Form auch immer - ist zumindest zu vermuten. Wenn es die airberlin-Strukur als solche nicht mehr gibt, dann helfen auch keine Absicherungen innerhalb des Unternehmens. Hier ist die Geschäftsleitung gefordert, gemeinsam mit UFO als Tarifpartner der Eurowings, Regelungen zu finden, zu welchen Bedingungen airberlin-Kolleginnen und Kollegen zu Eurowings im Fall der Fälle wechseln können. Bei allen taktischen Spielen muss klar sein, dass alle Kabinenarbeitsplätze in jedem denkbaren Szenario gesichert sind. Dafür setzen wir uns ein.
  • Crew-Ruhemöglichkeiten an Bord.
    Die aktuellen Ruhemöglichkeiten an Bord sind unserer Auffassung nach nicht tragbar. Wir fordern geeignete Ruhesitze sowohl auf der Lang-, wie auch auf der Kurzstrecke. Die Diskussion darum läuft nun schon seit Jahren, andere Airlines haben sich frühzeitig darauf eingelassen – nur bei der airberlin reagiert man zunächst gar nicht und dann nur mit Behelfslösungen auf gesetzliche Anforderungen. Dies ist nicht hinnehmbar.

Wie in jedem Unternehmen haben wir auch hier im Grundsatz kein Problem, gerade bei den übergreifenden Lösungen mit der Ver.di zusammen zu agieren. Es geht momentan überhaupt nicht um Gewerkschaftskonkurrenz. Ver.di ist definitiv derzeit Tarifpartner bei airberlin – wir sind im LH-Konzern der dominierende Tarifpartner. Es hilft, beide Gewerkschaften an einen Tisch zu bekommen, um etwas wirklich Tragendes zu vereinbaren.

Unsere Forderungen werden voraussichtlich auf Widerstand bei der Geschäftsleitung stoßen. Dass sie zur Zukunftssicherung der Kabine notwendig sind, dürfte wohl niemand von uns bestreiten. Deshalb müssen wir diese nötigenfalls mit dem erforderlichen Druck durchsetzen. Dafür zählen wir auf Eure Unterstützung - werdet jetzt UFO-Mitglied, falls Ihr es nicht schon seid.

Eure UFO bei der airberlin

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Eurecca

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