.

Ganz Deutschland ist fest in der Hand des LH-Konzerns und seines erfolgreichen Airline-Eroberers Carsten Spohr – ganz Deutschland??? ...

Aktienkurs und Halbjahresergebnis sprechen eine deutliche Sprache: Alles ist in Ordnung, die großen Konflikte sind beigelegt. Das stimmt auch im Großen und Ganzen. Allerdings sind sowohl der Frieden als auch die weitere Entwicklung fragile Gebilde. Bei Lufthansa dauern die Redaktionsgespräche mit uns für die Kabine noch an; die VC vermeldet, dass im Bereich der KTK (Konzerntarifkommission) noch ergebnisoffen verhandelt wird und in den deutschen Eurowings-Betrieben EW und GWI ist die Schlichtung unter Herrn Wowereit in vollem Gange.

All diese Punkte sind aber womöglich gar nicht diejenigen, die uns Sorgen machen müssen. Um eine wirkliche "Befriedung" zu erreichen, muss der Konzern auch dorthin schauen, wo es zwar noch nicht brennt, die Betonung aber auf NOCH NICHT liegen muss. Bei der LH-Technik sollen z.B. auf Betriebsebene weitere Einsparrunden von 25% gefahren werden, obwohl gerade eine Verdopplung des Konzern-Gewinns vermeldet wurde, um nur ein Beispiel zu nennen.

Alle zeigen mit dem Finger auf Ryanair – zu Recht?

Das eigentlich gallische Dorf, um in der Analogie zu den Asterix-Geschichten zu bleiben, liegt in der Peripherie des Konzerns. Wenn ein Konzern wie LH sich als Wächter der Moral gerieren möchte und mit dem Zeigefinger auf die Schmuddelkinder der Branche wie Ryanair zeigt, dann muss er dafür sorgen, dass in ganz Gallien die Hausaufgaben gemacht werden. Das ist (noch) nicht überall der Fall.

EW in Palma und Österreich

Nach wie vor gibt es Eurowings-Betriebe, die nicht tarifiert sind. In Palma de Mallorca werden EW-Mitarbeiter unter Konditionen angestellt, die punktuell nicht einmal den absoluten Mindestsozialstandards entsprechen. Weil es rechtlich möglich ist, wird dort z.B. im Krankheitsfall kein regulärer Lohnausgleich gezahlt. Auch in Österreich sind die EW-Kollegen nach wie vor nicht durch Kollektiverträge vor Ausbeutung (vorm Fliegen bis der Arzt kommt) geschützt. Wir erwarten, dass dort ernsthaft mit den zuständigen Gewerkschaften an Lösungen gearbeitet wird. Bis dahin muss ein Konzern wie Lufthansa, mit hehrem Anspruch an den Umgang mit Mitarbeitern, allerdings auch s e l b s t darauf achten, dass nicht jede „Kurve ausgefahren" wird, nur weil es die lokale Gesetzeslage erlaubt.

SunExpress

Noch schlimmer verhält es sich bei dem LH-Turkish Airlines-Joint-Venture SunExpress. Dort wird offen durch die Geschäftsleitung (bisheriger LH-Vertriebsvorstand Bischoff) schon die Aufnahme von Gesprächen zur Etablierung einer Mitbestimmung verweigert.

VC und UFO haben hier lange im Hintergrund an Lösungen gearbeitet, da wir die problematische Situation der SunExpress kennen. Wir wollen SunExpress bzw. die dortigen Arbeitsplätze in der fragilen Aufbauphase des EW-Geschäfts nicht gefährden. Allerdings können sich die Kollegen, die lediglich Mitbestimmung einfordern, auch nicht wie Mitarbeiter zweiter Klasse behandeln lassen. Hier ist der LH-Konzern an sich und die EW im Besonderen gefordert, klarzustellen, dass in einem Unternehmen, das mit der EW kooperiert, die Etablierung von Mitbestimmung eine Selbstverständlichkeit darstellt.

airberlin

Das größte Problem besteht allerdings dort wo es eigentlich gar keinen Einfluss durch Lufthansa gibt. Quasi fernmündlich führt Carsten Spohr Sanierungstarifverhandlungen bei airberlin. Seit Monaten steht in allen Zeitungen, dass eine "Rettung" der Arbeitsplätze bei airberlin nur denkbar ist, wenn die Tarifverträge "rasiert" werden. Herr Winkelmann, der bis vor kurzem GWI-Chef und anschließend Leiter des HUBs München bei LH war und nun airberlin-Chef ist, hat offenbar auch Zeitung gelesen und nimmt sich dieser "Anweisung" seines ehemaligen Chefs an.

In einem offenen Brief kündigt er an, dass mit verdi und VC Sanierungsverhandlungen aufgenommen werden sollen. Verdi hat, im Gegensatz zu VC, auch direkt mit eigener Unterschrift diese Aufgabe angenommen. Das hat zu viel Rumor geführt, bis hin zum Austauschen der bisherigen Verhandlungsführerin für die Kabine.

Eine airberlin in und aus sich heraus zu sanieren, ist nach unserer Erfahrung aberwitzig. Wir wissen, dass selbst bei einem völligen Rasieren der Tarifbedingungen, die Überlebensfähigkeit von airberlin nicht gesichert wäre. Wenn also über die Harmonisierung von Tarifbedingungen geredet werden soll, dann kann dies nur heißen, dass damit auch die Sicherung der Arbeitsplätze der airberlin-Mitarbeiter gemeint ist und gemeint sein muss.

Das kann weder ohne die Beteiligung der UFO geschehen, noch mit airberlin als alleinigem Ansprechpartner, da eine Zukunft wohl am ehesten in einer wie auch immer gearteten Allianz mit dem LH-Konzern stattfinden wird.

Innerhalb der airberlin hat UFO selbst eine Tarifkommission und vertritt die Interessen von airberlin-Mitarbeitern. Das Bundesverfassungsgericht hat Anfang Juli in seinem Urteil zum Tarifeinheitsgesetz die Rechte von Gewerkschaften bei der Durchsetzung von Interessen der Minderheiten dahingehend gestärkt, dass auch Arbeitskämpfe von kleineren Gewerkschaften zur Erreichung von Tarifzielen ausdrücklich erlaubt werden. Sollte airberlin bei ihrem Alleingang bleiben, müssen wir unsere Mitglieder genau dazu aufrufen.

Außerdem ist UFO die einzige Gewerkschaft, die im LH-Konzern im Bereich Kabine durchgehend Tarifpartner ist. Schon daher müssen wir, gerne mit verdi und VC gemeinsam, dafür sorgen, dass hier keine untaugliche Sanierung auf dem Rücken der Mitarbeiter stattfindet.

Wir appellieren daher an Thomas Winkelmann, sich mit seinen Sozialpartnern zusammenzusetzen und den Mitarbeitern eine verlässliche und faire Perspektive anzubieten.

Vorstandsnachbesetzung bei UFO:

Der Schutz der airberlin-Mitarbeiter ist ein elementarer Bestandteil der UFO-Arbeit im Rahmen der derzeitigen Konsolidierung der Branche. Wir freuen uns daher sehr, dass mit Thomas Klappert ein langjähriger Kabinenmitarbeiter bei airberlin seine Bereitschaft erklärt hat, in den UFO-Vorstand nachzurücken. Er hat viel Erfahrung in der Mitbestimmung und kennt durch seine frühere Arbeit als Kabinenleiter bei airberlin die dortigen Verhältnisse sehr gut. Zusammen mit unserer Tarifabteilung wollen wir mit Thomas in den nächsten Gang schalten.

EW-Charta

All die angesprochenen Probleme hängen mit der Erarbeitung einer EW-Charta zusammen. Eine solche Charta, die Gegenstand der laufenden Schlichtung ist, hat den Schutz vor Eskapaden oben genannter Art bei Betrieben, die mit der Marke Eurowings operieren, zum Inhalt. Mit dieser Charta wird ein Ausspielen der verschiedenen EW-Betriebe verhindert. Es wäre also ein Widerspruch in sich, eine Charta zu verabschieden, deren Inhalte schon bei Unterschrift sehenden Auges nicht eingehalten werden.

Wir arbeiten daher mit allen Beteiligten daran, dass die obigen Themen einer guten Lösung zugeführt werden können, damit die EW-Schlichtung nicht nur zu einer formalen Lösung für offene Tarifverträge führt, sondern auch die Befriedung der Gesamtsituation Eurowings ermöglicht wird und wir dann gemeinsam gegen ungute Rahmenbedingungen und unfaire Wettbewerbssituation in der Luftverkehrsindustrie vorgehen können.

Benutzername ist Deine Mitgliedsnummer!

Achtung: nach 3 Falscheingaben wird der Zugang gesperrt. Bitte wende Dich dann an den Support. (Menü Kontakt -> Support)                             

Eurecca

UFO-Smell Event Guide

Wie verhalte ich mich bei einem Vorfall, bei dem ich möglicherweise kontaminierter Kabinenluft ausgesetzt bin? Der neu veröffentlichte UFO-Smell Event Guide gibt Antworten und bietet einen Leitfaden vom Briefing bis zur ärztlichen Betreuung.

 

Überarbeitete Version

Smell-Guide Deutsch

Smell-Guide English 

 

Positionspapier der UFO Deutsch

UFO position paper english