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Foto Pixabay ThomasWolter

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nachdem wir Euch am Mittwoch darüber informierten, dass die EW-Schlichtung für die Eurowings-Betriebe EW-D und GWI unter Vorsitz von Klaus Wowereit gescheitert ist, möchten wir Euch heute konkreter über die Hintergründe berichten.

Es wurde hinsichtlich des gesamten Prozesses Stillschweigen vereinbart. Nachdem aber das EW-Management die Stillschweigevereinbarung gebrochen und aus der Schlichtung "berichtet" hat, müssen wir die aufgestellten Behauptungen widerlegen. In Mitarbeiterveröffentlichungen und in der Presse hat die Geschäftsführung von einem Abbruch durch UFO gesprochen.

 

Ende der Schlichtung von EW herbeigeführt

Die Aussage der Geschäftsleitung, dass WIR die Schlichtung abgebrochen hätten, ist falsch. Frei erfunden ist auch, dass man managementseitig tragfähige Lösungen angeboten hätte.

Tatsächlich war es so, dass Herr Wowereit am letzten Tag der Schlichtung ein konkretes Lösungsangebot unterbreitet hat. UFO war bereit anzunehmen, obwohl es – wie das bei Kompromissvorschlägen stets der Fall ist – nicht an allen Stellen unseren Zielvorstellungen gerecht geworden wäre.

Die Geschäftsleitung hat dagegen den Vorschlag abgelehnt, obwohl es sich dabei um einen Kompromissvorschlag am Ende eines Prozesses handelte, in welchem die Interessen beider Parteien nach Meinung des Schlichters ausreichend abgebildet waren. Durch die Ablehnung seitens EW am letzten Tag der Schlichtung ist diese automatisch gescheitert. Von einem Abbruch durch UFO kann also keine Rede sein. All dies ist protokolliert und belegbar.

Dass EW und GWI dazu übergegangen sind, die Verantwortung für das Scheitern von sich zu weisen und der UFO in die Schuhe zu schieben, stellt den Verlauf der Gespräche auf den Kopf und passt zu einer gewollten Eskalationspolitik.

Und es kommt noch schlimmer: EW war vom Schlichterteam aufgefordert, nach dem 08. August noch einen Lösungsvorschlag zu unterbreiten. Der kam natürlich nicht!

Zitat aus dem Schlichtungsprotokoll:
"Nach Auffassung der Schlichter ist es Aufgabe der Arbeitgeber, die UFO wieder an den Verhandlungstisch zu bekommen. "

Stattdessen kam die Ankündigung der Insolvenz von airberlin und dem nun offiziell bekundeten Interesse des Lufthansa-Konzerns an der Übernahme von Teilen der airberlin. Und wenn dabei von Lufthansa-Konzern die Rede ist, ist EW gemeint.

Somit erklärt sich rückblickend das destruktive Verhalten der EW-Geschäftsleitung zum Ende der Schlichtung. Ein echtes Interesse an zukunftsfähigen Arbeitsbedingungen gab und gibt es trotz anderslautender Beteuerungen nicht. Wozu verhandeln und berechtigte Forderungen der Mitarbeiter akzeptieren, wenn klar ist, dass viele neue Mitarbeiter in Kürze auf dem Arbeitsmarkt stehen und man hofft, dass diese fast alle Bedingungen akzeptieren, die man ihnen vor die Füße wirft.


Auswirkungen der AB-Insolvenz auf die EW-Flugbetriebe

Die aktuelle Situation bei Air Berlin könnte also, wenn wir nicht handeln, zu konkreten Auswirkungen auf die Kollegen der Eurowings und Germanwings führen:

Aus der Insolvenz heraus hat Lufthansa die Möglichkeit, Streckenrechte, Fluggerät und vor allem Personal äußerst günstig zu "beschaffen". Die tausenden von Arbeitslosigkeit bedrohten Kolleginnen und Kollegen bei Air Berlin werden letztlich, wenn keine andere Lösung erreicht wird, nur die Option haben, bei einer anderen Airline zu den Konditionen weiterzuarbeiten, die ihnen dort als Berufsanfänger angeboten werden. Das wird sicher nicht die GWI sein, ggf. nicht einmal EW-D, sondern ein neues AOC wie das vorbereitete "Aeronautics" oder auch die bereits existierende Basis der FlyNiki in DUS... Hauptsache billiger und vermeintlich wehrlos.

Kurzum: Lufthansa und Eurowings können nach der Methode "friss oder stirb" die Kolleginnen und Kollegen anheuern. Damit sehen wir uns erneut der Situation ausgeliefert, dass bestehende Tarifstrukturen innerhalb der EW Gruppe unter Druck geraten. Von den eigentlich geforderten Verbesserungen, über die wir in den letzten Jahren verhandelt haben, ganz zu schweigen.

Das Scheitern einer Schlichtung bedeutet aber nicht, dass wir uns von den geforderten Verbesserungen verabschieden. Vielmehr ist es so, dass unsere Forderungen zum MTV bzw. TV Teilzeit bei GWI und zum MTV und VTV bei EW, die wir den Arbeitgebern vor der Schlichtung übermittelt hatten, unverändert festhalten. Wir werden nicht zulassen, dass die Geschäftsleitung die gegenwärtige Situation ausnutzt. Die seit Jahren überfälligen Verbesserungen sind durch die aktuellen Ereignisse nicht weniger wichtig oder berechtigt.

Wir werden alle betroffenen Mitarbeiter in den kommenden Tagen noch einmal intensiv über die Forderungslage und die weitere Vorgehensweise informieren und auch für Fragen und Antworten vor Ort zur Verfügung stehen.



Sun Express Deutschland (SXD)

Auch die Kolleginnen und Kollegen der Sun Express können sich nicht in Sicherheit wiegen. Galten sie bisher für die EW-Langstrecke als gesetzt, ist mit der Übernahme von Teilen der Air Berlin auch hier der interne Konkurrenzkampf eröffnet. Wir müssen damit rechnen, dass man den gleichen Druck, den man jetzt auf die airberliner ausübt, bei Erfolg bei Sun Express fortsetzt. Immer der, der es noch ein bisschen billiger macht, bekommt den Zuschlag. So entsteht eine Abwärtsspirale, die am Ende nur einen Gewinner, nämlich den Arbeitgeber, und viele Verlierer kennt.

Vergegenwärtigt man sich in diesem Zusammenhang noch einmal, dass SXD nach wie vor weder tarifiert ist, noch über eine betriebliche Mitbestimmung verfügt, wird deutlich, dass die Kolleginnen und Kollegen dort sämtlichen Angriffen auf die Arbeitsbedingungen schutzlos ausgeliefert sind.

Umso wichtiger ist es eine Mitbestimmung zu etablieren.

Wir haben SXD in den vergangenen Monaten immer wieder zur Aufnahme von Verhandlungen aufgefordert. Die Geschäftsleitung hält jedoch eine Mitbestimmung für überflüssig. Man hat uns vor einigen Wochen per Brief mitgeteilt, dass die Geschäftsleitung nicht einmal bereit ist mit uns zu reden. Die Mitarbeiter seien hoch zufrieden mit allem und würden keine Personalvertretung wollen. Das ist nicht nur grober Unfug, es handelt sich vielmehr um elementare Arbeitnehmerrechte, die den Kolleginnen und Kollegen vorenthalten werden sollen. Wir haben aus unserer wachsenden Mitgliederschar bei SXD ganz andere Rückmeldungen über Ungerechtigkeiten im Arbeitsalltag, fehlende Transparenz bei Auswahlverfahren und viele andere fragwürdige Situationen, die eine Mitbestimmung nötig machen.

Offensichtlich bedarf es hier eines deutlichen Zeichens, um die Geschäftsleitung dazu zu bewegen, allein schon Verhandlungen mit uns aufzunehmen. Das heißt im Klartext, dass auch bei Sun Express gestreikt werden kann, wenn die Geschäftsführung bei ihrer Verweigerungshaltung bleibt.



Air Berlin

Wir haben zu einem frühen Zeitpunkt gemahnt Absicherungen zu verhandeln, die über die Air Berlin selbst hinausgehen. Jetzt ist es dafür zu spät und für die Kolleginnen und Kollegen von Air Berlin steht natürlich ganz akut der Erhalt ihrer Arbeitsplätze im Vordergrund. Es kann nicht sein, dass diese als Spielball bzw. als Kollateralschaden auf der Strecke bleiben. Wir haben klar Position bezogen gegenüber der Eurowings-Geschäftsleitung. Diese hat gefordert, dass die UFO einfach nur zuschaut, wie Ihr, jeder für sich, ein Vertragsangebot für Berufsanfänger erhält und, so die Hoffnung der EW, auch unterschreibt. Da wird ein Spiel mit den Ängsten der Menschen gespielt.

Wir werden als UFO am Montag an der Station DUS und am Dienstag an der Station TXL persönlich vor Ort sein, um Euch über die aktuelle Situation zu informieren und uns mit Euch auszutauschen. Die Standorte und genauen Zeiten werden wir vorab gesondert mitteilen.

Weitere Informationen zum Arbeitsverhältnis in der Insolvenz findet Ihr unter folgendem Link.

 

Ultima ratio - wie geht es weiter?

Wir stehen wieder mal an dem Punkt, an dem wir gemeinsam gefordert sind, Stärke zu zeigen. Wenn es dem Arbeitgeber gelingt, seine Pläne für sozialen Raubbau durchzuziehen, können wir alle als Beschäftigte in diesem Konzern nur verlieren. Wenn auch mit unterschiedlichen Themen, so sind wir alle gleichermaßen betroffen. Deshalb müssen wir umso geschlossener zusammenstehen.

Die Lufthansa Kabine hat bewiesen was durch Zusammenhalt möglich ist. Jetzt seid Ihr in den anderen Flugbetrieben dran für Eure Rechte und Absicherungen einzustehen! Wir bereiten zurzeit in allen Flugbetrieben Urabstimmungen vor und werden Euch in den nächsten Tagen und Wochen dazu weitere Details kommunizieren. Bitte prüft nochmals, ob Eure Kontaktdaten bei uns auf dem aktuellen Stand sind und teilt uns gegebenenfalls Veränderungen mit, damit Ihr auch alle Informationen zuverlässig und zeitnah erhaltet.

Wir durften von Herrn Winkelmann, den EW-Geschäftsführungen, von Herrn Spohr persönlich lesen und hören, dass man gute und faire Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter in allen Betrieben suchen möchte. Bisher schlägt sich das in der Realität nicht nieder. Neben der Option, dass mit Streiks agiert wird, sehen wir eine faire und schnelle Lösung am Verhandlungstisch in der jetzigen Situation immer noch als das richtigste an. Unsicherheiten müssen aufgelöst werden.

Wir appellieren daher an alle beteiligten Geschäftsführungen - setzen Sie diese Ankündigungen in die Realität um. Wir stehen ab sofort, auch am Wochenende für Verhandlungen zur Verfügung. Im Interesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gilt es jetzt über den eigenen Schatten zu springen und besonnen zu handeln. Wir glauben, dass dazu aus allen betroffenen Bereichen entscheidungsfähige Managementvertreter nötig sind, die mit uns an eine schnelle Lösung gehen. Genauso schnell wie die Verunsicherung entstanden ist, muss diese nun umfassend beseitigt werden. Wir warten auf entsprechende Anrufe, wie sie bereits vor zwei Wochen vom Schlichterteam vorgeschlagen wurden.

#unitedwestand
Eure IGL/UFO

 

 

 

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Eurecca

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