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Presse

UFO ruft Kabinenpersonal bei Lufthansa zu Warnstreik auf

10.02.2026

Nachdem sich in den laufenden Manteltarifverhandlungen zwischen der Lufthansa und der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) weiterhin keine Bewegung bei zentralen Fragen der Arbeitsbedingungen zeigt, ruft die UFO das Kabinenpersonal der Lufthansa zu einem Warnstreik auf. Der Warnstreik findet am 12.02.2026 im Zeitraum von 00:01 bis 23:59 Uhr statt. Bestreikt werden alle Abflüge der Deutschen Lufthansa AG von den Flughäfen Frankfurt und München. 

Den konkreten Streikaufruf können Sie hier abrufen:

Streikaufruf

Auslöser des Warnstreiks ist das Verhalten der Arbeitgeberseite, auf keinerlei Forderungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Kabine einzugehen und stattdessen Einschnitte in bestehende Schutzregelungen vornehmen zu wollen. Unter den Schlagworten „Produktivität“ und „Flexibilität“ verlangt Lufthansa weiter tarifliche Verschlechterungen, die sich unmittelbar auf die Arbeitsbelastung und die ohnehin stark eingeschränkte Planbarkeit des Privatlebens der Kabinenkolleg*innen auswirken würden. Gleichzeitig verweigert der Arbeitgeber jede ernsthafte Diskussion über Schutzmechanismen, die die Kabinenbeschäftigten vor den Folgen des vom Konzern eingeschlagenen Kurses absichern könnten. 

„Es ist offensichtlich geworden, dass Lufthansa gar nicht daran denkt, unseren Forderungen zu einem neuen Manteltarifvertrag entgegenzukommen. Im Gegenteil: Das Management ist entschlossen, das Schutzniveau der Arbeitsbedingungen unter dem Strich abzusenken. Eine unter massivem Investitionsstau leidende Produktivität soll durch noch schlechtere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und ein am Ende nicht einmal mehr rudimentär planbares Privatleben der Kolleg*innen wieder angehoben werden. Das ist ein absurder Weg und dafür sind wir nicht zu haben.“, erklärt Harry Jaeger, Leiter Tarifpolitik und Verhandlungsführer der UFO. 

Dabei werden tarifliche Forderungen nach Verschlechterungen von Lufthansa immer wieder in einen Zusammenhang mit konzerninternen Strukturentscheidungen gestellt. Problematisch ist aus Sicht der Gewerkschaft, wenn diese Entscheidungen genutzt werden, um Druck auf manteltarifliche Standards auszuüben. 

„Wenn Arbeitsbedingungen zur Stellschraube gemacht werden, um Beschäftigte gefügig zu halten oder Zugeständnisse zu erzwingen, überschreitet das eine Grenze“, so Jaeger weiter. „Über Verschlechterungen im MTV werden wir nicht verhandeln.“ 

„Wir bedauern die Auswirkungen des Warnstreiks auf die Passagiere sehr. Arbeitskämpfe sind für uns nach wie vor Ultima Ratio. Aber wir tragen nicht mit, dass Arbeits- und Erholungszeiten, die vom nationalen Arbeitszeitgesetz ausgenommen sind, aus Profitgründen immer weiter in Richtung europäischer Minimalgrenzen aufgeweicht werden sollen. Dienstplanung an den gesetzlich zulässigen Sicherheitslimits führt zu Übermüdung durch Belastung. Das ist gefährlich für Flugzeugbesatzungen und für Passagiere. Wir können das nicht akzeptieren. Wir brauchen Entlastung statt Belastung“, sagt Joachim Vázquez Bürger, Vorstandsvorsitzender der UFO. 

Die UFO betont, dass sie jederzeit bereit ist, die Gespräche fortzusetzen. „Sobald Lufthansa bereit ist, ihre Blockadehaltung aufzugeben, um über faire Arbeitsbedingungen in einem neuen Manteltarifvertrag zu verhandeln und den Kurs der Absenkung zu verlassen, ist der Weg zurück an den Tisch sofort offen“, so Vázquez Bürger abschließend. 

 

Für Presseinterviews und O-Töne stehen UFO-Vertreter am Streiktag zur Verfügung. Herr Harry Jaeger wird am Frankfurter Flughafen (Abflughalle A, unter der Abflugtafel) ab 08:00 Uhr und Herr Joachim Vázquez Bürger wird in München (Terminal 2, Abflugebene, unter der Abflugtafel von 08:00 – 09:00 Uhr vor Ort sein.  

Mörfelden-Walldorf, 10. Februar 2026

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