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Presse

UFO ruft Kabinenpersonal der Lufthansa CityLine zu Warnstreik für tariflichen Sozialplan auf

10.02.2026

Angesichts der öffentlich bekanntgegebenen Schließung des Flugbetriebs der Lufthansa CityLine und der anhaltenden Weigerung des Arbeitgebers, über einen tariflichen Sozialplan zu verhandeln, ruft die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) das Kabinenpersonal der Lufthansa CityLine zu einem Warnstreik auf. Zuvor hatten sich über 98 Prozent der teilnehmenden UFO-Mitglieder bei Lufthansa CityLine in einer Mitgliederbefragung für Arbeitskampfmaßnahmen ausgesprochen. Der Warnstreik findet am Donnerstag, den 12.02.2026 im Zeitraum von 00:01 – 23:59 Uhr statt. Bestreikt werden alle Abflüge der Lufthansa CityLine von den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover. 
 
Den konkreten Streikaufruf können Sie hier abrufen: 

Streikaufruf LH CityLine

„Die Geschäftsführung verweigert Verhandlungen über einen tariflichen Sozialplan, obwohl klar ist, wohin die Reise geht. Die Kabinenbeschäftigten sollen bis zum Schluss funktionieren – ohne jede verbindliche Absicherung. Das können wir nicht akzeptieren, deshalb rufen wir jetzt zum Arbeitskampf auf“, erklärt Harry Jaeger, Leiter Tarifpolitik der UFO, den Schritt. 

Aus Sicht der UFO begründet der Arbeitgeber seine Haltung regelmäßig damit, dass es bislang keinen formalen Schließungsbeschluss gebe und daher noch kein Handlungsbedarf bestehe. Diese Argumentation stößt in der Kabine auf massives Unverständnis, da die Beendigung des Flugbetriebs öffentlich kommuniziert ist und die wirtschaftlichen Folgen für die Beschäftigten absehbar sind.  

„Den Kabinenbeschäftigten wird seit weit über einem Jahr regelmäßig und sehr deutlich erklärt, dass der Flugbetrieb der CityLine keine Zukunft hat und auf eine solche auch nicht gehofft werden darf. Damit stehen die Kolleg*innen erkennbar vor dem Ende ihres Arbeitsplatzes“, so Jaeger weiter. „Wenn das Management gleichzeitig erklärt, man müsse und könne noch nichts regeln, weil es an einem Schließungsbeschluss fehle, empfinden wir das als zynisch. Die Kabine braucht einen Sozialplan. Und zwar so schnell wie möglich, um nicht plötzlich existenziell vor dem Nichts zu stehen.“ 

Im Zentrum der Forderungen der UFO steht daher eine verbindliche tarifliche Regelung zu Abfindungen, die den Kabinenbeschäftigten eine reale wirtschaftliche Absicherung und Zeit zur Neuorientierung ermöglicht.  

„Wechselangebote zur bisher nicht tarifierten Lufthansa City Airlines zu wesentlich schlechteren Bedingungen oder unverbindliche Hinweise auf mögliche Perspektiven für einen Einstieg bei der Mainline Lufthansa sind kein Ersatz für einen Sozialplan. Denn nur ein Sozialplan sorgt dafür, dass die Kabinenkolleg*innen nach einer unerträglich langen Zeit der fundamentalen Unsicherheit nachts wieder schlafen können und nicht am Ende ihres Arbeitsverhältnisses aus nackter wirtschaftlicher Not heraus nach Belieben erpressbar sind“, betont Jaeger. 

„Das Ergebnis der Mitgliederbefragung zeigt, wie ernst die Lage für die CityLine-Kabine ist“, sagt Joachim Vázquez Bürger, Vorstandsvorsitzender der UFO. „Ein Sozialplan ist hier kein Entgegenkommen, sondern Ausdruck elementarer Verantwortung gegenüber den eigenen Beschäftigten. Wird diese Verantwortung verweigert, bleibt als letztes Mittel nur der Arbeitskampf.“ 

UFO betont, dass der Warnstreik jederzeit beendet werden kann, sobald der Arbeitgeber ernsthaft bereit ist, über einen tariflichen Sozialplan zu verhandeln. 


Für Presseinterviews und O-Töne stehen UFO-Vertreter am Streiktag zur Verfügung. Herr Harry Jaeger wird am Frankfurter Flughafen (Abflughalle A, unter der Abflugtafel) ab 08:00 Uhr und Herr Joachim Vázquez Bürger wird in München (Terminal 2, Abflugebene, unter der Abflugtafel) von 08:00 – 09:00 Uhr vor Ort sein. 

Mörfelden-Walldorf, den 10. Februar 2026

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