
Die nervöse Glaskugel:
Was hinter der „finalen Phase“ stecken könnte
Die nervöse Glaskugel:
Was hinter der „finalen Phase“ stecken könnte

Liebe Kolleg*innen,
wir verhandeln seit Monaten mit der Lufthansa City Airlines über Tarifbedingungen für die Kabine. Parallel verhandelt City Airlines auch mit ver.di.
Heute ist eine ver.di-Kommunikation veröffentlicht worden, in der ver.di schreibt, man habe „signifikante Fortschritte“ gemacht, werde „in der kommenden Woche“ die „letzten Details“ verhandeln und gehe davon aus, die Verhandlungen dann „abschließen“ zu können. Danach müsse noch die Arbeitgeberseite bzw. der Konzern zustimmen – und anschließend sollen ver.di-Mitglieder bei LHX über das Ergebnis abstimmen.
Soweit die Faktenlage, die uns aktuell vorliegt.
Und jetzt: Glaskugel an.
Was unsere Glaskugel sagt: Sobald Verhandlungspartner von einer „finalen Phase“ sprechen, deutet das meist auf einen feststehenden Rahmen hin. Der Zielkorridor steht – und am Ende wird es eine Frage, wer profitiert?
Unsere Sorge ist daher naheliegend: Es ist sehr wahrscheinlich, dass ein möglicher ver.di-Abschluss deutlich unter dem liegt, was wir mit City Airlines inhaltlich verhandeln – insbesondere beim Niveau der Vergütung. Warum sonst haben es beide Seiten so eilig?
Warum wir das so klar ansprechen?
Unsere rote Linie: Keine Kabine 1., 2. und 3. Klasse im Konzern.
Das ist eine unserer wichtigsten Forderungen.
City Airlines Kabine = Bezahlung auf Discover-Niveau
Wir haben gegenüber der Geschäftsführung deutlich gemacht:Wir verhandeln keine Tarifierung, die im Lufthansa-Konzern die nächste Mehrklassengesellschaft in der Kabine festschreibt.
Wenn (eine Vermutung) ihr am Ende einen Abschluss erhaltet, der unter dem von Discover liegt - dafür vielleicht sogar mehr leistet, hat das negative Folgen. Ihr habt dann weniger Geld, seid stärker belastet und bekommt weniger Anerkennung. Gleichzeitig verschlechtert das eure Perspektiven.
Déjà-vu: Halbgare Lösungen zu Lasten der Kabine wollen wir nicht nochmal
Viele von euch kennen die Geschichte: Bei Discover Airlines haben wir als Fachgewerkschaft Tarifbedingungen verhandelt – und am Ende wurden diese in einer Nacht-und-Nebel-Nummer von ver.di unterschrieben, wobei wesentliche Elemente zum Schutz der Kabine einfach fehlten (dafür wurde ver.di halt über Nacht Tarifpartner).
Genau deshalb haben wir euch immer gesagt: Bleibt bei der Fachgewerkschaft.
Wir sind ausschließlich Kabine. Wir verhandeln Kabine. Wir wissen, was Kabine im Alltag braucht.
Das Spohr-Versprechen – und was es wert ist, wenn’s drauf ankommt
Carsten Spohr hat bei mehreren Gelegenheiten versprochen, City Airlines solle die zweitbeste tarifierte Airline im Konzern werden – nach Lufthansa Classic.
Wenn am Ende ein Ergebnis steht, das unter Discover liegt oder in Summe schlechtere Konditionen bedeutet, dann muss man das klar benennen: Dann ist dieses Versprechen nicht eingehalten.
Was jetzt zählt (ohne Glaskugel)
Bis wir ein konkretes Papier sehen, gilt:
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Schlagworte sind keine Tarifverträge. „Finale Phase“ klingt gut, entscheidend ist, was drinsteht.
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Sobald Inhalte belastbar sind, vergleichen wir sie Punkt für Punkt mit dem, was wir fordern (u.a. Vergütung, Zulagen, Arbeitszeit, Dienstplanregeln, Belastungsschutz).
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Wir informieren euch, sobald wir mehr als Vermutungen haben.
UFO bleibt dabei: Kein Unterbieten. Keine zusätzliche Spaltung. Discover-Niveau als Maßstab.
Alles andere wäre ein Rückschritt – für euch und für den Konzern insgesamt.
Mit kollegialen Grüßen,
euer UFO-Verhandlungsteam
Norman Menzler, Flora Esposito, Dominik Pollok, Mario Souto, Tanja Berger sowie Birgit Weinreich, Nina Coppik und Sylvia De la Cruz (UFO-Verhandlungsführung)