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Mörfelden-Walldorf, 10.11.2017 

Nach dem Veto des Vorstands der Vereinigung Cockpit (VC) gegen den Wachstumstarifvertrag bei der Eurowings-Deutschland (EW-D) hat die Geschäftsführung der Eurowings nun mitgeteilt, auch den Flugbegleitern, die sie dringend für ihr Wachstum braucht, Arbeitsplätze bei der Eurowings-Deutschland zu verwehren. Es würden demnach nur Angebote für Eurowings-Europe (EW-EU) erfolgen.

Auch wenn UFO Vereinbarungen getroffen hatte, die Arbeitsbedingungen für Kabinenmitarbeiter bei EW-EU in großen Teilen gemäß den Tarifbedingungen der deutschen Gesellschaft auszugestalten, ist dies aus Sicht der Gewerkschaft ein völlig unnötiger Affront gegen die ohnehin verunsicherten Bewerber, die zum Großteil von der insolventen airberlin zur Eurowings wechseln. "Seit Monaten sind diese Kollegen in Unsicherheit über ihre weitere berufliche Existenz. Ein drittes Mal wird nun die Marschrichtung gewechselt.

Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, die Kabinenkollegen bei der deutschen Gesellschaft anzustellen und für die Zeit, in der es keine Lösung im Cockpit gibt, an andere Unternehmen wie die EW-EU auszuleihen. Dann hätte zumindest die volle Tarifbindung gegolten und die Kollegen hätten Sicherheit über ihren Arbeitgeber gehabt. Die Geschäftsführung hat sich hier ein weiteres Mal nicht gescheut, einen Streit mit den Piloten auf dem Rücken der Kabinenmitarbeiter auszutragen", so Nicoley Baublies, Tarifvorstand bei UFO und Vorsitzender der Industriegewerkschaft Luftverkehr (IGL).

Bewerber bei Eurowings-Deutschland haben bereits Absagen zu ihrer Bewerbung erhalten, bevor überhaupt mit UFO über Alternativen gesprochen wurde.

"Die Piloten der Eurowings wenden sich in einem offenen Brief gegen die Situation im eigenen Haus. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich hier kurzfristig noch eine VC-interne Lösung anbahnt. Ansonsten bleibt zu fürchten, dass die Pilotenvertretung in mehrere Lager zerfällt und hier eine weitere Gewerkschaftszersplitterung entsteht. Die ersten Piloten haben bereits angekündigt, bei ver.di und IGL nach einer anderen Vertretung zu suchen", so Thomas Klappert, stellvertretender Vorsitzender der UFO, weiter.

"Wir können den Kollegen nur sagen, wie sehr wir dieses Gebaren der EW-Geschäftsführung ablehnen und fordern die Eurowings-Manager auf, sich umgehend mit uns an einen Tisch zu setzen, um verlässliche Perspektiven für die Kabinenmitarbeiter zu suchen. UFO hat zuverlässig und sozialpartnerschaftlich gehandelt und das Wachstum der EW mitgestaltet. Wir erwarten nun ein Mindestmaß an Fairness der Lufthansa-Tochter, die ohnehin mit ihren vielen, teils untarifierten Betrieben dem Image des Kranich-Ablegers nicht gerecht wird. Wir sprechen hier vom größten deutschen Billigflieger, der mit staatlicher Unterstützung einen Großteil der airberlin zum Schnäppchenpreis bekommen hat und nicht einmal in all seinen Betrieben eine Personalvertretung erlaubt, um die Rechte der Kollegen zu schützen. Das ist und bleibt ein Skandal", ergänzt, Baublies abschließend. 

 

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