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Tarifvereinbarung zum Bereederungsengpass Sommer 2015 abgeschlossen +++ endlich auch für die Kabine angemessene Kompensate für die freiwillige Rückgabe von Urlaub und Teilzeit +++

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die zurzeit laufenden Tarifverhandlungen zu den Themen Teilzeit, saisonale Modelle und SB/Reserve (aufgrund geänderter gesetzlicher Rahmenbedingungen) wurden aktuell von einem plötzlich auftretenden Kapazitätsproblem in der Kabine in diesem Sommer überschattet. Dies ist insofern brisant, als es sich mal wieder um ein hausgemachtes, eigentlich vermeidbares Problem handelt. Grundsätzlich darf man die Kapazitätsplanung und -steuerung hinterfragen. Wie kann es sein, dass man 2 Wochen vor den Sommermonaten feststellt, dass man viel zu wenig Personal hat?

 

Wieso muss der Personalkörper der Condor derart auf Kante genäht sein, dass sich kumulierende Ereignisse wie eine erhöhte Abwesenheitsquote oder eine leicht erhöhte Abbruchquote bei den Neueinstellungen sofort zu einem heftigen Personalengpass ausweitet, den man mit internen Mitteln nicht mehr auszugleichen vermag. Zumal das Kostenoptimum der Kabine unterhalb einer maximalen Auslastung von 95 Stunden liegt. Solch eine Kapazitätsplanung ginge zu Lasten des Personals und stabiler Dienstpläne aber auch zu Lasten der Wirtschaftlichkeit. Das wäre ein klassisches Verlustgeschäft für beide Seiten.

Nachdem wir von der Condor Geschäftsleitung mit dem Thema konfrontiert worden sind, haben wir diese - nach vorheriger Abstimmung mit der Personalvertretung - dazu aufgefordert, in einem Engpasstarifvertrag eine angemessene Lösung für die Problematik zu finden.

Wir haben dabei von vorherein klargestellt, dass diese nicht so aussehen kann, wie in vergleichbaren Situationen in der jüngeren Vergangenheit. Zwar gab es auch damals mehrfach Abfragen zur freiwilligen Rückgabe von Urlaub oder Teilzeit. Anders als für die Kollegen im Cockpit war die Rückgabe bisher aber nicht mit einem zusätzlichen Anreiz verbunden. Stattdessen wurden die zurückgegebenen Tage lediglich 1:1 nachgewährt bzw. finanziell kompensiert.

Nunmehr ist es uns gelungen, eine Lösung durchzusetzen, mit welcher die Bereitschaft, freiwillig Teilzeit und Urlaub zurückzugeben, endlich angemessen honoriert wird. Dies gilt für geplante Urlaubs- und Teilzeittage von jetzt an bis Ende August 2015. Wer sich freiwillig für eine Verlegung der in diesem Zeitraum liegenden Urlaubs- oder Teilzeittage aus den Monaten Mai bis einschließlich August 2015 entscheidet, bekommt die jeweils doppelte Anzahl im Zeitraum von November 2015 bis Mai 2016 nachgewährt.

Die Vergabe erfolgt unter Berücksichtigung der Wünsche des Mitarbeiters in entsprechender Anwendung der Regelungen der Betriebsvereinbarungen zwischen Personalvertretung und Arbeitgeber zu Urlaub und Teilzeit. Bei einem Verzicht auf im Zeitraum Mai-Ende August 2015 liegenden Urlaubs- oder Teilzeittage werden die zurückgegebenen Tage doppelt vergütet. Beim Urlaub ist ein Verzicht richtigerweise nur insoweit möglich, wie dadurch nicht der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch unterschritten wird.

Da die Zeit drängt, wird Condor bereits in den kommenden Tagen eine entsprechende Abfrage starten. Im Ergebnis ist es uns gelungen, dieselben Konditionen für Euch zu vereinbaren, wie die, die in der Vergangenheit bei Kapazitätsengpässen Cockpit zur Anwendung gekommen sind. Absehbar ist, dass die benötigten Kapazitäten auch durch die freiwillige Rückgabe von Urlaub- oder Teilzeit nicht abgedeckt werden können. Auf Seiten der Geschäftsleitung hat man deshalb mit dem Gedanken gespielt, den verbleibenden Bedarf durch Leiharbeitnehmer zu decken. Wir konnten die Arbeitgeberseite von einer solchen Vorgehensweise abbringen.

Nunmehr wird stattdessen auf fertig ausgebildete Flugbegleiter, die bei Condor eingestellt werden, zurückgegriffen. Die Personalvertretung hat dem bereits grundsätzlich zugestimmt.

Weitere Themen

In den laufenden Tarifverhandlungen arbeiten wir weiter daran, saisonale Modelle zu beschreiben, damit der Personalbestand sich besser der Produktion anpasst. Im Ergebnis können frei werdende Kapazitäten in bessere Urlaubsquoten im Sommer oder in zusätzliche Teilzeiten umgewandelt werden und den neuen Kollegen werden bessere Beschäftigungsperspektiven geboten.

Wir schauen uns alle Teilzeitmodelle an und beschreiben dort, wo es notwendig ist Höchstflugstundengrenzen (die FREIWILLIG überschritten werden dürfen) oder garantierte, bezahlungswirksame Mindestflugstunden analog des Teilzeitquotienten (Mini TZ). Ebenso sollen Eingriffe in freie Tage begrenzt werden. Dies alles dient dazu, dass Teilzeit für Euch besser kalkulierbar und planbar wird. In diesem Punkt stoßen wir auf ein leicht geöffnetes Ohr des Arbeitgebers und wir glauben gemeinsam etwas bewegen zu können. Insgesamt ist das Thema Dienstplanstabilität für alle ein Thema und dies kann man nicht losgelöst von der Anzahl der Bereitschaftsdienste tun.

Die neuen EASA Regelungen bedingen, dass Bereitschaftszeit ab einem bestimmten Stundenwert auf die maximale Flugdienstzeit angerechnet wird. Das hat klare Auswirkungen auf die Anzahl der Bereitschaftsdienste. Die richtige Dimensionierung selbiger ist die Grundlage einer stabilen OPS und von Dienstplanstabilität. Hier müssen wir gemeinsam nach Lösungen suchen. Gerade in vollgepackten Plänen kommen ansonsten Unregelmäßigkeiten nicht zum Stillstand, sondern laufen wie Dominosteine durch die Dienstpläne.

 

Eure UFO-Tarifkommission Condor

Astrid Wach (Sprecherin), Rüdiger Merz (stellv. Sprecher), Jasmin Rödler, Gönül Aslan-Kuhner, Susanne Fischer, Kerstin Pütz, Christian Bötte, Norman Wiese, Batu Karoguz, Benjamin Bartsch sowie Uwe Hien, Jens-Ulrich Stark und Olaf Bödecker (UFO-Ressort Tarif)

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Eurecca

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