UFO - Unabhängige Flugbegleiter Organisation
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Presse

Vorläufiges Fazit zum gestrigen Warnstreik bei Lufthansa und Lufthansa CityLine

13.02.2026

Der gestrige Streiktag bei Lufthansa und Lufthansa CityLine zeigte aus Sicht der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) durchschlagende Wirkung. Nahezu alle der geplanten Flüge mussten gestrichen werden. Die beinahe geschlossene Beteiligung der Kolleg*innen unterstrich die Entschlossenheit der Kabinenbeschäftigten und die Ernsthaftigkeit ihrer Forderungen eindrucksvoll. 

Bereits im Vorfeld war abzusehen, wie groß der Rückhalt für Arbeitskampfmaßnahmen sein würde. Bei Lufthansa CityLine etwa sprachen sich bei einer informellen Mitgliederbefragung im Vorfeld über 98 Prozent der Kolleg*innen für Streikmaßnahmen aus. Die Stimmung in der Kabine der Lufthansa stellt sich nicht signifikant besser dar. „Die Kolleg*innen haben sich heute solidarisch gezeigt – ebenso wie andere Gewerkschaften aus dem Konzern. Unterstützung kam unter anderem von der Schweizer Schwestergewerkschaft kapers sowie von Beschäftigten am Boden und aus dem Cockpit. Der gestrige Tag war damit ein starkes konzernweites Signal“, resümiert Leiter der Tarifpolitik bei UFO, Harry Jaeger. 

Aus Sicht von UFO hat das Management die Situation nicht entschärft, sondern weiter angeheizt. In internen Kommunikationskanälen wurde und wird versucht, den Gewerkschaften die Verantwortung zuzuschieben und sogar unlautere Motive zu unterstellen. Zugleich wird öffentlich Gesprächsbereitschaft signalisiert – während tatsächlich keinerlei Bewegung des Managements zu den jeweiligen Tarifforderungen zu erkennen ist. 

„Über die entscheidenden Fragen führen wir bisher keinen Dialog. Wir hören stattdessen einen Monolog des Arbeitgebers, man könne über alles reden, aber unter dem Strich müsse ein Weniger herauskommen. So kann das nicht funktionieren“, stellt Jaeger klar. 

„Während des laufenden Streiks gab es sodann aus dem Hause Lufthansa eine ‚Aufforderung zur Rückkehr an den gemeinsamen Verhandlungstisch‘, in der sich jedoch vor allem Anschuldigungen wiederfanden, jedoch keine erkennbare Abkehr von dieser Position. Von Seiten der Lufthansa CityLine ist erst gar niemand an uns herangetreten“, so Jaeger weiter. 

Hierin kommt auch etwas zum Ausdruck, was mit diesem konkreten Tarifkonflikt nur mittelbar zu tun hat, aber nach Ansicht von UFO immens wichtig ist. „An der Spitze der Lufthansa stehen seit geraumer Zeit Hardliner, die mit Basta-Politik durchregieren wollen. Kurzfristig mag das funktionieren, langfristig bringt man so aber die Belegschaft fundamental gegen sich auf, die sich ab einem gewissen Punkt vor allem als störende Kostenposition wahrgenommen fühlt. Wir glauben, genau das im Moment zu sehen. Nicht nur in den Kabinen von Lufthansa und Lufthansa CityLine, sondern berufsgruppen- und konzernübergreifend. Wenn es aber an allen Ecken und Enden brodelt, lautet die naheliegende Frage nicht, ob (alle) Gewerkschaften und (alle) Mitarbeiter*innen überziehen, sondern ob die Politik der harten Hand auch gegen die eigenen Leute die richtige ist“, endet Jaeger. 

Auch das wiederholt vorgebrachte Argument, wirtschaftlicher Druck lasse keine Verbesserungen der Arbeitsbedingungen zu, weist UFO entschieden zurück. 

„Es ist Augenwischerei zu behaupten, faire Arbeitsbedingungen stünden dem wirtschaftlichen Erfolg im Weg. Wir haben gemeinsam Rekordergebnisse eingeflogen – mit vernünftigen Bedingungen. Für Managementfehler, Investitionsstau und strategische Fehlentscheidungen können nicht die Beschäftigten mit einem unplanbaren Privat- und Familienleben bezahlen“, erklärt UFO-Tarifvorständin und stellvertretene Vorsitzende Sara Grubisic.  

„Wir sind jederzeit zu ernsthaften Verhandlungen bereit. Aber Tarifarbeit bedeutet verhandeln – nicht blockieren. Solange sich daran nichts ändert, trägt das Management die Verantwortung für die weiteren Entwicklungen“, schließt Grubisic. 

Mörfelden-Walldorf, den 13. Februar 2026

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