
Redaktionsverhandlungen
Was war das nochmal?
Redaktionsverhandlungen
Was war das nochmal?

Liebe Kolleg*innen,
vergangene Woche konnten wir euch von einem Durchbruch bei den MTV-Verhandlungen berichten. Viele von euch haben uns seitdem angeschrieben und gefragt, wie es nun weitergeht.
Deshalb wollen wir heute den nächsten Schritt auf dem Weg zum neuen MTV erklären: die „Redaktionsverhandlungen“.
Tarifvertragsverhandlungen laufen immer nach einem ähnlichen Muster ab. Es beginnt mit der Diskussion über Forderungen innerhalb der UFO-Tarifkommission. Diese landen nach reiflichen Überlegungen – und der einen oder anderen Mitgliederbefragung – in einem Forderungskatalog. Dieser wird dem Arbeitgeber übermittelt, häufig gemeinsam mit der Kündigung für den Vertrag, der neu verhandelt werden soll. Anschließend folgen Terminabsprachen mit der Arbeitgeberseite zu den Verhandlungen. Der Durchbruch, von dem wir euch berichtet haben, war ein Durchbruch in den Verhandlungen. Das bedeutet, dass wir uns auf Stichpunkte geeinigt haben, die in den alten MTV übertragen werden können.
Das Übertragen der Stichpunkte ist allerdings leichter gesagt als getan. Wann immer etwas in einem so komplexen Vertrag angepasst wird, ergeben sich eine Reihe weiterer Änderungen im gleichen Vertrag, damit dieser in sich logisch bleibt. Das kann man sich vorstellen wie das Austauschen eines Zahnrads an einem Uhrwerk. Eine einzige Änderung sorgt dafür, dass plötzlich mehrere andere Räder und Federn mitjustiert werden müssen, damit die Uhr am Ende wieder exakt und zuverlässig läuft.
Nicht selten kommt es bei dieser Feinjustierung vor, dass einer der beiden Parteien, also der UFO oder dem Arbeitgeber, auffällt, dass einer der vereinbarten Stichpunkte nicht so übertragen wurde, wie man es sich während der Verhandlungen vorgestellt hat. Wenn das passiert, unterstellen wir nicht sofort einen bösen Willen; Missverständnisse können immer entstehen. Wichtig ist, dass diese Missverständnisse nicht ihren Weg in den fertigen Vertrag finden, sondern besprochen und ausgeräumt werden.
Genau dafür gibt es Redaktionsverhandlungen. Wir möchten „nur“ die vereinbarten Stichpunkte in ein juristisch korrektes Dokument übertragen. Häufig müssen wir aber erneut verhandeln, weil es zu Missverständnissen oder im schlimmsten Fall zu Unterschlagungen gekommen ist.
Die Redaktionsverhandlungen der UFO stehen am 26. und 27. Februar an. Wir arbeiten mit Hochdruck an ihrer Vorbereitung. Gerne hätten wir auch schon früher mit der Redaktion begonnen. „Leider“ waren wir früher fertig als ver.di und konnten zwischen unserem Durchbruch am 06.02. und dem 26.02. keinen weiteren Termin mit Condor vereinbaren, da Condor unbedingt gleichzeitig mit UFO und ver.di abschließen möchte. Das ist aus mehreren Gründen ärgerlich. Zum einen, weil jede Verzögerung beim Abschluss auch eine Verzögerung in der Umsetzung des neuen MTVs bedeutet. Es dauert dann also einfach nur länger, bis euch die verhandelten Entlastungen zugutekommen, zum anderen, weil wir die einzige Gewerkschaft sind, die aktuell einen offenen sowie bestreikbaren MTV hat und dementsprechend Druck aufbauen kann. Wenn sich ver.di nun an unser Verhandlungsergebnis anhängen möchte, darf sie das gerne tun, schließlich wollen wir bessere Bedingungen für alle Kolleg*innen haben. Es ärgert uns trotzdem, weil wir auf heißen Kohlen sitzen und euch von eurem neuen MTV erzählen möchten, dass aber erst tun können, wenn die Redaktionsverhandlungen abgeschlossen sind und der MTV unterzeichnet ist.
Wir melden uns nach den beiden Redaktionsverhandlungstagen wieder bei euch! In der Zwischenzeit: stay united und wie immer always happy landings.
Eure Condor-Tarifkommission
Gönül Aslan-Kuhner
Christian Bötte-Lüdemann
Thorsten Buls
Roman Diemer (Sprecher)
Batu Karaoguz
Bruna Kastein Ferreira Alves (Stellv. Sprecherin)
Thomas Kremer
Marion Schneider
Carina Schunk
Nina Coppik (Tarifreferentin)
Sebastian Wolff (Tarifreferent)
Tim Beyermann (Tarifreferent, Verhandlungsführung)



