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Lufthansa

Newsletter der LH TK

zum Jahresende 2019 und Update

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zum Jahresende 2019 und Update

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17.12.2019

Ho ho ho, liebe Kolleginnen und Kollegen, 

das Jahr 2019 neigt sich dem Ende entgegen, und es ist Zeit zurückzublicken und zu reflektieren: “Was zur Hölle war da eigentlich los?” Es ist aber auch die Zeit, nach vorne zu schauen: “Wie wird es 2020 weitergehen? Wird es ein gutes Jahr oder kommt doch alles wieder anders?” 

Zunächst der Blick zurück auf 2019: Das Jahr fing an, wie das Jahr davor aufgehört hatte. Lufthansa war sich für kein Manöver zu schade, um zu verhindern, dass wir überhaupt in tarifliche Gespräche kommen. Jeder denkbare juristische Winkelzug wurde und wird durchgeführt, um uns zu schaden, und wenn möglich die UFO zu zerstören. Die bisherige Bilanz dieser juristischen Schlacht: LH 0, UFO 100; denn jede Entscheidung vor Gericht ging zu unseren Gunsten aus. Sowohl auf der Gewerkschafts- als auch auf der individuellen Ebene. 

Statt uns mit der Lösung Eurer Probleme beschäftigen zu können, eskalierte die Situation immer weiter und führte letztendlich zu zwei Tagen Streik bei LH. Vor allem die Demonstrationen in FRA und MUC haben uns sehr unterstützt. Allein das Bild von hunderten Kollegen in gelben Streikwesten war beeindruckend. Vor allem aber die Gespräche mit Euch waren sehr emotional: Ihr habt Euch dafür bedankt, dass wir für Euch Verantwortung tragen und unseren Kopf dafür hinhalten. Diesen Dank können wir nur zurückgeben, denn ohne Euch wären wir nichts. Wir hatten die Hoffnung, dass diese klare Demonstration zu einem Umdenken beim Management führen würde. Wir waren bereit, in eine große Schlichtung und einen Moderationsprozess einzusteigen. In letzter Sekunde wurde dieses Angebot von Lufthansa wieder vom Tisch gezogen. Frau Dr. Volkens musste ihren Hut nehmen und LH ist wieder in den Spielchen-Modus zurückgekehrt.  

Statt der großen Schlichtung zieht LH seinen letzten Joker - die kleine Schlichtung. Unserer Einschätzung nach unternimmt LH dieses Manöver nur, um sich nochmal in 12 Wochen Friedenspflicht zu retten. Diese endet aber schon Anfang Februar 2020. Während wir diese Zeilen schreiben, sind wir wieder beim inzwischen schon üblichen Klein-Klein mit LH gelandet. Von Freitag bis Montag mussten wir mit LH diskutieren, auf welche Weise die Tarifkommission für die Termine in dieser Woche freizustellen ist. Sogar der erste Termin mit den Schlichtern drohte zu scheitern, weil uns LH Vorschriften machen wollte, wer auf unserer Seite teilnehmen darf und wer nicht.  

Positiv bewerten wir die Entwicklungen innerhalb der UFO: Eine sehr gut besuchte und ergebnisorientierte Mitgliederversammlung hat uns gezeigt, wo die Reise hingehen soll: Die Vergangenheit wird weiter aufgearbeitet, die Weichen für die Zukunft wurden gestellt. Im Februar 2020 werden wir einen neuen UFO-Vorstand haben, es finden u.a. Ergänzungswahlen zum Beirat und zur GruKo statt. Davon erhoffen wir uns sowohl eine breitere Verteilung der Verantwortung auf mehr Schultern als auch das Engagement von interessierten Kollegen direkt aus der Belegschaft der verschiedenen Airlines. Die Belastung in diesem Jahr war enorm. Hier sei schon einmal erwähnt, dass Ende 2020 auch die LH-TK neugewählt werden wird. Vielleicht trägt sich jemand von Euch mit dem Gedanken, sich in die Tarifarbeit einbringen zu wollen, und stellt sich zur Wahl. 

2019 hat aber auch gezeigt, und das wollen wir natürlich nicht unkommentiert lassen, dass weitere Spieler auf das Feld der Tarifpolitik drängen. Das zeigt sich auch in einer immer stärker wahrzunehmenden Zersplitterung innerhalb der LH-Personalvertretung: UFOs, Alt-Verdis, Neo-Verdis, CUs (@IGL) und ein paar gewerkschaftslose Personalvertreter stehen in der Verantwortung, das Personal auf der Betriebsebene zu vertreten. Ob hierbei im letzten Jahr wirklich gute Lösungen für die LH-Kabine zu den viel zitierten rein betrieblichen Themen erreicht wurden - das könnt Ihr selbst beurteilen.  Diese Entwicklung schlägt jedoch nicht auf die UFO-Mitglieder in der LH-Kabine durch. Viele Kollegen haben das Spiel sowohl der Geschäftsleitung als auch einer Flächengewerkschaft durchschaut, und stehen auch in diesen schwierigen Zeiten weiterhin zu ihrer Flugbegleitergewerkschaft UFO - wir sind und bleiben die bei weitem mitgliederstärkste Gewerkschaft in der Kabine. Allein bei unseren Demos waren wohl deutlich mehr Teilnehmer als Verdi überhaupt Mitglieder in der Kabine hat. 

2020 wird spannend: Wie wird LH demnächst taktieren? Stehen wir schon bald wieder vor den Toren? Im Moment kann das niemand mit Sicherheit sagen. Eins ist sicher: Wir werden weiter für Eure Interessen kämpfen! Ob Voll- oder Teilzeit, SMK (abzuschaffen), MTV (zu verbessern), P1 oder P2:  wir haben Euch alle auf dem Schirm und werden Lösungen für Euch finden. 

Eure TK wünscht Euch schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr, egal ob Ihr zu Hause, im Layover, in der Luft oder in einem Bereitschaftsdienst seid. 

Kollegiale Grüße 

Eure Tarifkommission: Katharina Berndt, Marco Todte, Thilo Deussen, Manuel Hegel, Lukas Kimmel, Daniel Kassa Mbuambi, Stefan Schwerthelm 

 

Update - 17.12.2019 - 14:00 Uhr 

Einzelverhandlungen gescheitert – weiterer Fortgang unklar  
 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,  

nach dem Platzen der großen Schlichtung durch Lufthansa hat unsere Tarifkommission einzelne Forderungen beschlossen und an Lufthansa übermittelt.  

Wir hatten Euch ja berichtet, dass es extrem schwierig war, überhaupt Termine zu bekommen. Jegliche Terminplanung wurde von zig Freistellungsproblemen für die TK überschattet.  

Heute gab es dann endlich einen Verhandlungstermin, bei dem auch (fast) alle TK-Mitglieder korrekt freigestellt wurden.  

Der Termin dauerte insgesamt vier Stunden. 

Lufthansa hat sich allerdings in diesen vier Stunden nicht ernsthaft mit unseren Forderungen beschäftigt, sondern musste ganz viele “Verständnisfragen” zu unseren Problemen mit den Freistellungen stellen und lange Auszeiten machen. Dann wollte man uns während der letzten Stunde mit der wirtschaftlichen Lage beschallen.  

Erst nachdem wir deutlich gemacht hatten, dass eine solche Verschleppung die Ablehnung unserer Forderungen (mit allen Konsequenzen) bedeute, ließ man sich unsere Forderungen noch einmal erklären; um diese dann nach 10 Minuten weiterer Auszeit abzulehnen und süffisant auf das Angebot der “großen” Schlichtung zu verweisen. 

Das heißt, die Spielchen gehen weiter.  

Einzig eine Fortführung der study&fly-Teilzeiten für SMK-Kollegen konnten wir unterschreiben.  

Wir haben dabei nicht die Verdi-Lösung nachgezeichnet, sondern vereinbart, dass alle, die in diesen Modellen sind oder im kommenden Jahr eintreten, diese auch unbegrenzt fortführen dürfen. Nachdem dies bereits mit Verdi und im MTV so vereinbart ist, haben wir jedoch auch die 6 Einsatztage mitgetragen.  

Wie geht es weiter?  

Offenbar haben weder Eure Rückmeldungen noch die bisherigen Streiks noch die Presseberichterstattung dazu geführt, dass Lufthansa wirklich umdenkt.  

Wir werden nun morgen in das Gespräch mit den Schlichtern einsteigen.  

Auch wenn es mittlerweile wenig Hoffnung gibt, dass Lufthansa freiwillig einlenkt, so wollen wir es wenigstens mit der Autorität der Schlichter versuchen.  

Wenn das morgen nicht gelingt, werden wir noch am Freitag weitere Arbeitskämpfe verkünden müssen. Für die bereits bestreikten Forderungen aus dem November sind wir bis zum 02.02.2020 in der Friedenspflicht. Für unsere neu übermittelten Forderungen gilt das nicht:   

  • € 1.500 Einmalzahlung für alle Mitarbeiter 
  • eine rückwirkende Sonderzahlung für SMK 
  • rechtssichere Freistellungsvereinbarungen, um keine disziplinarischen Folgen für TKler mehr befürchten zu müssen   
  • die 2. Nacht in Japan und Korea  

Wir werden Euch spätestens am Freitag informieren, wie es weitergeht.  

 

Viele Grüße 

Eure UFO 

Foto unsplash.com / @guneetj
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