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In eigener Sache:

Kein Machtkampf durch geordneten Übergang an der UFO-Spitze

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Kein Machtkampf durch geordneten Übergang an der UFO-Spitze

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08.12.2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen, 

zu Mitte nächsten Jahres werde ich die aktive UFO-Mannschaft verlassen. Den genauen Ablauf, inklusive eines konkreten Datums zum Rücktritt, werde ich in Abstimmung mit den verbleibenden Vorständen sowie den haupt- und ehrenamtlich Verantwortlichen festlegen. Ich selbst plane meinen Abschied zum 30.06.2021. Sobald alles abgestimmt ist und feststeht, informieren wir Euch. 

In den vergangenen sechs Jahren habe ich jede Station durchlaufen, die eine Spartengewerkschaft im Luftverkehr zu bieten hat. Den Vorstandsvorsitz habe ich gern übernommen. Die Führung dieser dynamischen, lauten und schlagkräftigen Gewerkschaft ist eine großartige Aufgabe. 

Nachdem sich UFO in einem internen Machtkampf fast komplett zerlegt hatte, blies Lufthansa zum Angriff und beinahe hätte es uns heute nicht mehr gegeben. Es erfüllt mich noch immer mit Stolz, dass wir dem Dax-Konzern gemeinsam einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Dann kam eine Schlichtung, und der Konflikt mit dem Konzern sollte aufgeräumt werden. Dann kam Corona. 

Trotz allem haben wir ein enorm erfolgreiches Jahr hingelegt. Demos, Kundgebungen, Krisenvereinbarungen und Arbeitsplatzsicherung erreicht, die Condor ohne Kündigungen durch den Schutzschirm gebracht und gleichzeitig Politik wie Öffentlichkeit mit unseren Themen auf Trab gehalten. Nichts davon ist selbstverständlich. Es zeigt, wie wichtig eine eigene Stimme für die Kabine ist. GWI und SXD konnten wir nicht retten. Das ist schlimm und ich hoffe, dass meine Nachfolger das kaltblütige Vorgehen des Managements nicht vergessen. 

Doch jede Medaille hat zwei Seiten: Etwas mehr als ein halbes Jahr nach der Wahl im Februar brachen in der UFO wieder Konflikte auf und Einzelne erklärten bereits ihre Rücktritte. Neue Diskussionen über Personen und Arbeitsweisen gingen los. 

Ohne Corona hätten wir uns um diese Themen von Beginn der Amtszeit kümmern können, denn die schwachen Strukturen der UFO haben auch schon zum letzten internen Zerwürfnis geführt, sodass wir an einem ähnlichen Punkt wie 2018 stehen. Viele Kolleginnen und Kollegen ohne vorherige Vereins- oder Gewerkschaftserfahrung haben Ämter übernommen und orientieren sich logischerweise erstmal nur an den vorhandenen Formalien. Wenn diese aber nicht mehr zur Realität der Gewerkschaftsarbeit passen, sind Konflikte vorprogrammiert. 

Gegen diese formale Herangehensweise an unsere Aufgaben für die Kabine, steht mein über die Jahre gewachsenes Selbstverständnis der Gewerkschaftsarbeit. Ich stehe für eine wendige, entscheidungsfreudige, stark politische und mitgestaltende UFO, die sich zuerst fragt, wie etwas bewegt und verändert werden kann und dann erst, ob jemand überhaupt eine dazugehörige formale Rolle hat. Für mich waren diese Faktoren entscheidend, um durch unsere Existenzkrise 2019 zu kommen. Doch alles was in einer Krise richtig ist, muss es danach nicht mehr sein. 

Eine Mehrheit der gewählten und ehemaligen Mandatsträger sagt heute entweder laut, dass sie sich andere Personen und eine andere Arbeitsweise wünschen, oder stimmt dem scheinbar schweigend zu. Mit meinem Selbstverständnis befinde ich mich heute also in der Minderheit, und für diese sehr formale und andere Art der Gewerkschaftsarbeit bin ich auf Dauer nicht der Richtige. Diese Veränderung innerhalb der UFO kann, darf und will ich als Vorsitzender nicht ignorieren. Alles was sonst folgte, wäre der nächste Machtkampf.  

Das bedeutete weitere Monate der destruktiven Selbstbeschäftigung in einer Zeit, in der die Kabine starken Schutz braucht. Die Ankündigung des Konzerns, im nächsten Jahr zusätzlich tausende Arbeitsplätze abzubauen, wird auch Auswirkungen auf uns haben. Das sind die wichtigen Themen, darum muss UFO sich in den kommenden Monaten kümmern; nicht um Abwahlanträge, gegenseitiges Misstrauen oder wer nun wie schwierig im Umgang ist. Durch meinen planbaren Rückzug leite ich die Möglichkeit zum geordneten Führungswechsel ein und hoffe auf Beruhigung innerhalb der Aktiven, um sich neben essentiellen Fragen der Verfasstheit der UFO wieder voll und ganz auf unseren Auftrag für die Kabine zu konzentrieren. 

Für die Verfasstheit der UFO, also unsere Strukturen, sind viele Ideen der Grundsatzkommission bereits weit fortgeschritten und könnten der Mitgliedschaft bald vorgestellt werden. Zügige Strukturreformen innerhalb eines halben Jahres sind damit möglich. Hierbei möchte ich in den kommenden Monaten noch aus meiner Rolle und meiner Erfahrung heraus unterstützen, damit UFO auf ihren Erfolgen aufbauen und sich im Sinne der Mitgliedschaft weiterentwickeln kann. 

Für Abschiedsworte und gegenseitige Danksagungen wird es noch genügend Zeit geben. Ich freue mich auf meine erste und letzte reguläre Mitgliederversammlung als Vorsitzender am 11.02.2021. Mir liegt viel an unserer großartigen kleinen Gewerkschaft und ich beginne es schon heute zu vermissen. Es wäre wohl nicht echt, wenn es nicht jetzt schon wehtun würde. 

Für heute viele Grüße 

Euer Daniel 

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