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Lufthansa

Erneute Machtspiele seitens Lufthansa in den Tarifverhandlungen

08.02.2019

Die an zwei Tagen stattgefundenen Tarifverhandlungen zur Kürzung der zweiten Nacht in Japan und Korea und der Gewinnbeteiligung sind soeben gescheitert. Das bedeutet für Euch, dass wir für den Sommerflugplan keine bessere Lösung mit der Lufthansa erreicht haben.

Natürlich werden wir aus Vertraulichkeitsgründen nicht die einzelnen Verhandlungsschritte hier veröffentlichen. Aber wir dürfen Euch unsere grundsätzliche Betrachtung zum aktuellen Beziehungsstatus dieser Sozialpartnerschaft mitteilen: LH bot uns an, die zweite örtliche Nacht von unserem "Kabinengeld" zurück zu kaufen. Dazu sollte die Gewinnbeteiligung ein weiteres Mal gekürzt werden. Dieses "Angebot" legte sie uns am ersten Verhandlungstag vor; unterschriftsreif und nicht modifizierbar. Die bereits kommunizierte Kürzung der Gewinnbeteiligung sollte zudem fortgeführt werden; eine doppelte Kürzung also.

Wir machten einen Gegenvorschlag – wie in Tarifverhandlungen üblich - der mehrere dringende Kabinenthemen und die Frage der zweiten örtlichen Nacht in einem Lösungsvorschlag miteinander verbinden sollte. Dies waren ernstgemeinte und konstruktive Vorschläge zu SMK, den befristeten Teilzeiten, Purserlaufbahn und -befragung, Auflösung des Mitarbeiterfonds mit Auszahlung an die Kabinenkollegen und lediglich zwei Präzisierungen in Bezug auf die Kapasituation sowie die daraus resultierenden Folgekosten. Für diese anderen Punkte hatten wir konkrete Vorschläge, die vor dem kommenden Sommer gelöst werden könnten.

Nach erstaunlich kurzer Zeit hat LH unseren Gegenvorschlag als aus ihrer Sicht inakzeptabel bewertet, ohne eine Minute darüber verhandelt zu haben und ohne die Bereitschaft Folgetermine dazu zu vereinbaren. LH brach die Verhandlungen zwei Stunden vor dem ursprünglich geplanten Schluss ab, mit der erneuten Aufforderung, ihr Angebot anzunehmen.

Insgesamt wurden 35 Minuten “verhandelt”.

Wir sehen in dieser schnellen Bewertung an einem Verhandlungsnachmittag weniger eine inhaltliche Auseinandersetzung mit unseren dringlichsten Zielen für die Kabine, als vielmehr eine Haltung uns als Gewerkschaft bzw. Euch als Kabine gegenüber. Zurzeit scheint es den LH-Verhandlern wichtiger zu sein, weiterhin Härte uns gegenüber zu demonstrieren anstatt Lösungen zu finden, da der tatsächliche Einsparbeitrag durch den Wegfall der zweiten Nacht (für den Sommerflugplan 2,3 Millionen) im Vergleich zu 1 Milliarde Gesamtkosten eher den berühmten Peanuts entspricht.

Wenn die soziale Verantwortung für die Mitarbeiter einer fortgesetzten Machtdemonstration untergeordnet wird, dann sind Verhandlungen eben nicht möglich.

Ihr werdet von uns hören.
Die Lufthansa wird von der Kabine hören.

Das Verhandlungsteam:
Katharina Berndt, Olivia Stelz, Daniel Flohr, Nicoley Baublies, Samuele Carta, Jan Mehler, Prince Heritier, Lukas Kimmel, Tristan Estel, Marco Todte, Stefan Schwerthelm

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